Aktionen

Männertag mal anders

Zum “öppes annere Vottertooch” lud das Bauernehepaar Clara und Dietmar May mit Aufwind und so trafen sich am 30. Mai rund dreißig interessierte Besucher:innen auf dem Biohof May in Junkershausen. Bei bestem Wetter und mit sonigem Gemüt wurden sie von dem herzlichen Bauernehepaar empfangen. Nach leckerer Brotzeit in geselliger Runde stand die Hofbesichtigung auf dem Programm. Hier lernten die Besucher:innen aus Zella-Mehlis, Suhl und Umgebung mehr über die biologische Landwirtschaft, auf die der Hof vor dreißig Jahren umgestellt wurde.

Ein besonderer Höhepunkt war der neu gebaute Schweinestall samt Bewohner: Neben interessanten Hintergrundinformationen zu Bau und Anlage des Gebäudes waren Schweinefütterung und Ferkel streicheln inklusive.

Mit Traktor und Anhänger wurde das weitläufige Areal, der moderne Getreidespeicher sowie die Hühnerhäuser besichtigt.

Im Anschluss gab es noch die Möglichkeit im Hofladen den begehrten Dinkelreis und andere regionale Leckereien zu kaufen. Bei Kaffee und Kuchen ließ man den Tag mit angeregten Gesprächen und lyrisch-musikalischen Einlagen ausklingen. Begeistert verabschiedete man sich aus Junkershausen und für alle ist klar: Ein Wiedersehen ist gewiss, denn der Biohof May ist nicht nur zu Himmelfahrt einen Besuch wert.

Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

Am Mittwochabend, den 6. März, versammelten sich in der Scheune im Bürgerhaus über 30 interessierte Besucher:innen, um einer von Aufwind und der Wendeinitiative gemeinsam ausgerichteten Vortragsveranstaltung beizuwohnen. Eröffnet wurde der Abend mit dem Lied über das Schweinezüchten “Ja das Schreiben und das Lesen” und humorvoll von Hermann Darr in Begleitung von Hannelore Schlegelmilch am Klavier.

Zu Gast waren Dietmar und Clara May, die im Familienbetrieb einen Biobauernhof von 70 Hektar Größe in Junkershausen bewirtschaften. Das Dorf mit ca. 100 Einwohnern liegt in dem Ortsdreieck Bad Neustadt, Bad Königshofen und Mellrichsstadt und ist heute die Heimat für die vierte Generation der Familie. Bereits im Jahr 1938 begann Dietmar Mays Großvater mit dem Bau des Hofes und wirtschaftete zuerst noch auf drei bis vier Hektar Fläche, vergößerte seine Nutzflächen jedoch ständig. Auch sein Sohn konnte die Flächen noch einmal verdoppeln. Als er schließlich an Dietmar May weitergegeben wurde, wuchs der Hof nicht weiter. Das, erzählt May an diesem Abend, sei eine bewusste Entscheidung: “Wir brauchen eine Wende in der Wirtschafts- und Agrarpolitik.” Massenproduktion sollte nicht ökologisch wirtschaftenden, ressourcenschonenden Kleinbetrieben voran gestellt werden. Denn die EU-Agrarpolitik ist nach Mays Auffassung auch dafür verantwortlich, dass viele Bäuerinnen und Bauern aufgegeben haben.
Schon kurz nachdem May den Hof vor gut dreißig Jahren übernommen hatte, begann er die konventionelle Landwirtschaft zu hinterfragen, als ihm auf einer Schulung ein marienkäferfreundliches Insektizid gegen Blattläuse vorgestellt wurde. Obwohl das Mittel hielt, was es versprach, starben die Marienkäfer: “Die wurden nicht vergiftet, sie sind verhungert. Ich habe das Mittel eingesetzt und konnte das selbst beobachten.” So entschied er sich, seinen Hof umzustellen und nach ökologischen Richtlinien zu bewirtschaften, “voller Angst”, wie er sagt. “Ich habe fünf mal bei Naturland angerufen und meine Meinung immer wieder geändert. Andere Bauern haben mich gewarnt. Und nachdem die Entscheidung stand, hatte ich Albträume von zwei Meter hohen Disteln auf meinen Feldern.”
Doch über den Kopf gewachsen ist ihm das Unkraut nicht, vielmehr habe er gelernt ganz andere Fragen zu stellen. “Wann muss ich wogegen spritzen?” ist die Devise konventioneller Landwirtschaft, aus ökologischer Sicht lautet der Ansatz heute: “Warum wird mein Getreide krank?” Auch hat er als Biobauer zum ersten Mal den Spaten in die Erde gestochen, um die Zusammensetzung seines Bodens genauer zu untersuchen. Diesen pflügt May auch nie tiefer als 12 cm (in der konventionellen Landwirtschaft sind es üblicherweise 25 cm), um aerobe und anaerobe Mikroorganismen genau in den Bodenschichten zu lassen, wo sie hingehören. “Durch das tiefere Pflügen werde ich zum Massenmörder”, sagt Dietmar May provokativ und ergänzt, dass im Grunde jeglicher Eingriff schädlich sei. Deshalb seien ein Viertel seiner Flächen nicht für den Anbau bestimmt, sondern werden unter anderem mit Klee bepflanzt und können zwei Jahre ruhen, um die natürliche Bodenfruchtbarkeit zu schonen, den unzähligen Mikroorganismen organische Substanz zur Verfügung zu stellen und Humus zu sammeln. Denn als Biobauer ist May nur Wegebereiter für das, was auf dem Acker geschieht: “Der Regenwurm, der arbeitet viel mehr als ich.” Auch der achtmalige Wechsel der Fruchtfolge dient der Bodenschonung und Krankheitsprävention.
Das Biobauernehepaar macht es sich zur Aufgabe “auf nachhaltige und umweltschonende Art und Weise, gesunde und qualitativ hochwertige Produkte zu erzeugen, damit dies auch noch nach uns folgende Generationen tun können”.
Früher war Dietmar May ein selbstbekennender “Umweltverbrecher”, der eine “Innweltkrise” hatte und so zur Umweltkrise beitrug, wie der charismatische Redner frei zugibt. Diese Krise bereitet ihm und seiner Frau Clara May große Sorgen: Spätestens mit dem Dürresommer des letzten Jahres waren die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernteertäge deutlich spürbar. Beide wissen: “Was in den nächsten Jahren auf uns zukommt, wird erhebliche Einschränkungen für uns bedeuten.” “Doch”, so betont der Biobauer, “ich möchte mich dem, was auf uns zukommt, mit Leibeskräften entgegenstellen.”
Nach seiner Auffassung hat die Klimakrise ebenso etwas mit dem gesellschaftliches Klima zu tun, was ebenfalls im Argen liegt. Wenn wir lernen, auf andere Art zu wirtschaften, werde sich auch das Gesellschaftsklima verbessern. Deshalb wird auf dem Biohof nicht nur geackert und geerntet, sondern auch – Theater gespielt. Der Hof ist ein LebensLernOrt auf dem Schulklassen mitarbeiten, mitspielen und genießen können. Dabei ergeben sich für die Jugendlichen neue Einblicke und Gesprächsbedarf.
Und so schließt der Abend auch mit einem Kulturbeitrag aus dem Hause May: Einem Gedicht über Stroh, Mist und der ansteckenden Freude des guten Landbaus. Eine Freude, die sich an diesem Abend ganz sicher aufs Publikum übertrug.

Die Essbare Stadt wächst …

Mittlerweile sind es schon insgesamt sieben Hochbeete in ganz Zella-Mehlis. Im Verlaufe des Jahres kamen drei weitere an der Magdalenen Kirche und dem Mehliser Markt hinzu. Ein großes Dankeschön an die Seniorenwerkstatt und Naturstiftung David für den Bau und die Finanzierung der Beete! Auch an alle Patinnen und Paten sagen wir danke für das Engagement!

Insektenhotel am Lerchenberg

Alle mal aufgepasst – die essbare Stadt wurde erweitert:

Unser neustes Objekt ist ein großes, buntbemaltes Insektenhotel mit einer wichtigen Botschaft!

Seit rund zwei Wochen steht es nun zwischen den gepflanzten Obstgehölzsträuchern am Lerchenberg. Dieses Insektenhotel lädt zum Entdecken, Staunen und Verweilen ein. Tatsächlich krabbelt und summt es auch schon im Inneren – die ersten Bewohner sind eingezogen und fühlen sich richtig wohl.

So möchten wir uns recht herzlich bei der NAJU unter der Leitung von Beate Zimmermann bedanken, diedas Insektenhotel nach und nach mit „Wohnmaterial“ (Hölzern, Steinen, Stroh) bestückt.

Worauf wir mit dieser Aktion zusätzlich aufmerksam machen wollen?

Wir beobachten, dass der natürliche Lebensraum von vielen Insekten – die Wiesen und Sträucher – in den Städten immer weiter eingeschränkt wird. Ja, die

Insekten können auch mal lästig sein, ABER sie sind unersetzbar als Bestäuber der Grünanlagen und als Nahrungsquelle für Vögel.

Deshalb ist es uns wichtig, ein Angebot zu schaffen, das die kleinen Tiere nutzen können und gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger von Zella-Mehlis über den übermäßigen menschlichen Ressourcenverbrauch nachdenklich werden lässt.

Und wir freuen uns, wenn die eine oder der andere von euch zum selber Handeln angeregt wird. Wie wäre es zum Beispiel auf Insektizide im Ziergarten zu verzichten? Oder für den/die kreativen Handwerker*in unter euch ein eigenes, kleines Insektenhotel zu bauen und aufzustellen? Zum Dank lassen sich die fleißigen kleinen Krabbeltiere auch gern bei der täglichen Arbeit beobachten.

 

Aufwind zu Gast beim Nachhaltigkeitszentrum 

Das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen in Kooperation mit der Stadt Apolda luden am 15. August 2017 zu der Veranstaltung „Kommunen blühen auf“ ein. Aufwind war natürlich dabei!  Es war sehr spannend, mit Vertreter*innen anderer Gemeinden ins Gespräch zu kommen – und
Zella-Mehlis erfuhr viel Bewunderung und Zuspruch für seinen Mut, das Aufwind-Projekt zu starten.

Mit einigen Vorträgen und einem Workshop beschäftigten wir uns dabei mit dem Thema „Stadt und Gemeindegrün – gemeinsam nachhaltig gestalten“.

Besonders intensiv diskutierten die Seminarteilnehmer*innen die Frage, wie man durch ökologischen Anbau die Lebensqualität innerhalb der Stadt jetzt und für nachfolgende Generationen verbessern kann. Wir sind uns einig, dass dies aufBasis einer langfristig finanziell abgesicherten Unterhaltung und ohne großen Aufwand passieren muss.

Für unser Aufwind-Team stand neben der thematischen Weiterbildung auch die Knüpfung neuer und Vertiefung bestehender Kontakte mit engagierten Vertreter*innen aus weiteren essbaren Städten aus ganz Thüringen im Vordergrund. Das Treffen diente uns zum Erfahrungsaustausch, Ansatzdiskurs und der Feststellung, dass wir alle vor ähnlichen Herausforderungen stehen – und das wiederum motiviert uns gegenseitig.

An dieser Stelle möchten wir uns nochmal bei allen Beteiligten für den lebendigen Austausch und den neuen Imput bedanken und freuen uns auf weitere Zusammenarbeit.

Hochbeete in Zella-Mehlis

Von Aufwind gebaut und bestückt, in Patenschaften gepflegt. Die ersten Beete stehen in der Mühlstraße und am Zeller Markt, weitere sind bereits im Bau.

Fairtrade-Veranstaltung zum Tag der Gesundheit im Gymnasium.
Mit Schokobrunnen aus fair gehandelter Gewürzschokolade, fairen Bananen und Melonen, fair gehandeltem Kaffee und Tee und anderen Süßigkeiten,  mit einem von den Schüler*innen selbst gestalteten Quiz zum Thema und viel Infomaterial war die Veranstaltung ein großer Erfolg – nach zwei Stunden war alles aufgegessen.